Kanarische Inseln – Inseln des Glücks
Sieben Inseln auf einen Streich – dieses Motto kann man am besten bei einem Törn rund um die Kanaren ausleben – aber Vorsicht: Grauwale und Tümmler haben immer Vorfahrt!
Sea & Coast
Obwohl viele Yachtcharter-Touristen meinen zu wissen, woher der Name der Inselgruppe stammt, wird seine wahre Bedeutung erst klar, wenn man an seine lateinische Version denkt, also „Insula Canaria“, was auf Deutsch so viel wie „Insel der Hunde“ heißt und sich wahrscheinlich auf die inzwischen ausgestorbene Gattung der Mönchsrobben bezieht.
Die Inseln, die diesen seltsamen Namen tragen, bilden einen Archipel vor der nordwestlichen Küste Afrikas, unweit von der Grenze zwischen Marokko und Westsahara, der allerdings zu Spanien gehört. Die Inselgruppe setzt sich aus folgenden Inseln zusammen: Teneriffa, Fuerteventura (ein Paradies für Windsurfer), Gran Canaria (die bevökerungsreichste Insel des Archipels), Lanzarote (mit einer spektakulären vulkanischen Landschaft), La Palma, el Hierro, Alegranza, La Graciosa und Montaňa Clara.
Teneriffa ist die größte Insel des Archipels und das beliebteste Reiseziel unter Yachtcharter-Touristen. Darüber hinaus befinden sich hier die höchste Erhebung Spaniens und der weltweit drittgrößte aktive Vulkan. Auf dieser und den anderen Kanarischen Inseln liegen vier von insgesamt 13 Nationalparks Spaniens.
Der Grund, warum diese 13 Inseln im Atlantik jedes Jahr so viele Besucher anziehen, ist eine Mischung aus ihrer schönen bergigen Landschaft, den Sandstränden und dem subtropischen Klima. Der Archipel besteht aus zwei Gruppen: Die östliche setzt sich zusammen aus Lanzarote, Fuerteventura und sechs kleineren Inseln rund um diese beiden herum, die gemeinsam eine unterseeische Platte (den Kanarischen Rücken) bilden, die westliche besteht aus Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, La Gomera und Ferro. Die letztere erhebt sich über 1200 Meter hoch über dem Meeresspiegel, der höchste Berg ist der Pico del Teide mit 3718 Metern.
Das subtropische Klima sorgt für warme Temperaturen mit sehr geringen Schwankungen innerhalb des Jahres: Die Differenz zwischen den Temperaturen im August und im Januar beträgt gerade mal 5 Grad. Die niederschlagreichsten Monate sind November und Dezember, Regenfälle sind jedoch selten und spärlich mit einem Jahreswert von 250 mm. Trotzdem sollten Yachtcharter-Segler beachten, dass die in Luv liegenden nordöstlichen Teile der Inseln deutlich mehr Regen bekommen – bis zu 750 mm/Jahr.
Culture & History
Die Kanarischen Inseln stellen eine bunte Mischung aus Kulturen sowie aus neuen Städten und Überbleibseln aus den alten Zeiten dar. Die meisten Einwohner sind Spanier, obwohl man auch portugiesische Einflüsse beobachten kann. Darüber hinaus gibt es hier Übersiedler aus Britannien und Deutschland. Noch vor der Eroberung durch Europäer im Jahre 1402 waren die Kanaren von den Guanchen besiedelt.
Nach der Periode der spanischen Kolonisierung folgten mehrere Piratenangriffe, einige Wellen von Emigranten, die vor dem Elend flüchteten, und in den Fünfzigern begann schließlich die Ära des Yachtcharter-Tourismus, die bis heute andauert.
Man merkt schnell, dass die hier gesprochene Sprache eher der von Südamerika als der vom spanischen Festland ähnelt. Tatsächlich wanderten einige Bewohner der Kanaren in solche Länder wie Venezuela oder Kuba aus. Bemerkenswert ist auch die Küche der Kanarischen Inseln - eine seltsame, aber köstliche Mischung aus spanischen, afrikanischen und südamerikanischen Gerichten, die die Geschmacksknospen jedes Yachtcharter-Gastes erfreuen dürfte.
Seamanship & Experience
Die Kanaren kann man das ganze Jahr über ansteuern, dank der Jahrestemperaturen zwischen 20 und 27 Grad Celsius und der Passatwinde. Trotzdem besteht in manchen Regionen aufgrund des sogenannten Trichtereffektes eine erhöhte Sturmwahrscheinlichkeit – also unbedingt die Wettervorhersage beachten!
Yachtcharter-Skipper sollten außerdem an die Dünung in dieser Region denken, die aufgrund der Nähe zum offenen Meer ziemlich hoch sein kann. Die Normalwerte schwanken zwischen 1 und 3 Metern, da aber die Wellen lang sind, ist es nicht kritisch.
Anlegeplätze sind hier eher rar gesät und die Marinas bieten sehr unterschiedliche Bedingungen, was Yachtcharter-Anfängern das Segeln erschwert. Obwohl die Kanaren nicht gerade das zugänglichste Reiseziel sind, wimmelt es hier in den Herbstmonaten nur so von Booten, die den Atlantik ansteuern. Seit Kolumbus-Zeiten sind diese Inseln der Ausgangspunkt für Atlantik-Expeditionen gewesen. Deshalb sind die meisten Gruppen, die man in den Marinas hier trifft, wohl eher Umsegler als Bareboat-Charter-Crews.